Ihre Fragen

Eine Evaluation wird individuell aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt. Vorab sollten Sie wissen, welche Fragen Sie beantwortet sehen wollen, welche Ziele Sie verfolgen oder für welche konkreten Entscheidungen Sie Rückmeldungen bekommen möchten. Alle Studienformen und Forschungsdesigns werden speziell auf Ihr Kulturangebot abgestimmt.

Studien im 'Lebenszyklus' von Ausstellung, Museum und Kulturangebot

Marktsondierung

Eine Marktsondierung dient im Voraus der Absicherung des eigenen Konzepts und Kulturangebotes. Als Front-end-Evaluation dient sie der Ermittlung von Risiken und Chancen in der Planungsphase.

  • Gibt es eine Nachfrage nach unserem Kulturangebot?
  • Wie gefällt verschiedenen Bevölkerungsgruppen unser Konzept und Angebot?
  • Was sind gängige Erwartungen bezüglich unseres Konzepts?
  • Wie können wir unsere eigene Nische am Markt finden und ausbauen? (Stärken ausbauen und Schwächen verringern)

Formative Evaluation

Eine formative Evaluation dient der Absicherung von Einzelentscheidungen im Aufbauprozess. Diese Art der Evaluation testet verschiedene Optionen oder Varianten der Ausstellungsgestaltung mit kostengünstigen Attrappen. Verschiedene Varianten werden miteinander verglichen, damit Mängel bei der endgültigen Version vermieden werden. Diese Form der Evaluation dient der Informationsgenerierung im Aufbauprozess einer Ausstellung, eines Museums, Angebotes oder Programmes. Sie liefert fortlaufende Zwischenergebnisse mit dem Ziel, den laufenden Prozess zu begleiten und zu optimieren.

  • Wie nehmen Besuchergruppen verschiedene Gestaltungsvarianten im Vergleich miteinander wahr?
  • Sind Texte und Beschriftungen verständlich und gut sichtbar?
  • Wie verstehen die Besucher die interaktiven Exponate, multimedialen Objekte und/oder Hands-on-Exponate?
  • Wie nutzen die Besucher unsere Website? Gefällt sie ihnen?

Nachbesserungsevaluation

Geplante Nachbesserungen werden durch ein gezieltes Feedback von Experten und ausgewählten Besuchergruppen begleitet, um teuren Fehlentscheidungen vorzubeugen. Von der formativen Evaluation unterscheiden sich diese Studien darin, dass sie auf die Verbesserung einer bereits realisierten Gestaltung abzielen. 

  • Vermittelt eine digitale oder multimediale Installation eine intendierte Botschaft verständlich?
  • Wird der Mehrwert des Einsatzes verschiedener Mediengattungen optimal ausgenutzt?
  • Kommt die mit einem historischen Objekt vermittelte Botschaft beim Publikum an?
  • Wie interpretieren die Besucher bestimmte Formen der Inszenierung?
  • Können sich die Besucher in der Ausstellung gut orientieren?
  • Könnte eine Überarbeitung des Webauftrittes den Besuchern attraktiver erscheinen?

 

'Basics' der Ausstellungs-, Museums- und Kulturevaluation

Besucherstrukturanalyse

Besucherstrukturanalysen dienen dem Kennenlernen der eigenen Zielgruppen. Sie erheben die Besuchsmotive, Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der Besucher und ermitteln wie diese zu einem erneuten Besuch zu motivieren sind.

  • Wer sind unsere Besucher?
  • Unterscheidet sich das Publikum der Dauerausstellung von den Besuchern der Wechselausstellung? (Alter, Geschlecht, Herkunft, sozialer Status etc.)
  • Welche Besuchsumstände bevorzugen unsere Besucher?
  • Wie lange bleiben die Gäste?
  • Welche Serviceangebote werden genutzt?
  • Werden die Besucher das Haus ihren Freunden, Bekannten und Verwandten weiterempfehlen?

Publikumsanalyse

Ein Publikum umfasst zusätzlich zu konkreten Besuchergruppen diejenigen Bevölkerungssegmente, die ein Ausstellungsangebot nur potentiell nutzen. Die Studie setzt bei Menschen an, die nicht im eigenen Ausstellungshaus angetroffen werden, dem Angebot aber nicht abgeneigt sind.

  • Wer besucht uns und wer besucht uns nicht?
  • Können wir 'Nicht-Besucher' ansprechen und erreichen, um sie zu Besuchern zu machen?
  • Worin unterscheiden sich die verschiedenen Zielgruppen einer Ausstellung, eines Museums oder Kulturangebotes?
  • Was würde 'Nicht-Besucher' motivieren, unser Haus zu besuchen?
  • Welche Serviceangebote werden begrüßt? Welche Programme werden gern genutzt?

Bestandsevaluation

Diese gängige Form summativer Evaluation stellt eine Erfolgs- oder Wirkungskontrolle dar und vergleicht Ist-Werte mit zukünftig zu erzielenden Soll-Werten. Als richtungsweisende Bestandsaufnahme kann sie die eigenen Stärken und Schwächen vor einem Umbau oder einer Erweiterung analysieren, um Optimierungsbedarf zu ermitteln.

  • Wie nehmen die Besucher unser Ausstellungsangebot wahr?
  • Welche Elemente gefallen den Besuchern und welche nicht? 
  • Welche Teile der Ausstellung kommen besonders gut an? 
  • Sind unsere Besucher mit dem Haus zufrieden?
  • Wo werden unsere Stärken gesehen? 
  • Wo liegen unsere Schwächen?

 

'Zukunftsmusik' - Studien zu Potential, Reichweite und Entwicklungsoptionen

Potential-/Reichweitenuntersuchung

Ist unser Kulturangebot bekannt und wie weit reicht unsere Bekanntheit im geographischen Umland? Diese Untersuchung ermittelt das Einzugsgebiet eines Museums oder Kulturangebotes. 

  • Wie weit können wir unsere Marketingmaßnahmen streuen, um unser Publikum effektiv zu erreichen?
  • Welches Image verbindet die Bevölkerung eines Gebietes mit unserer Kulturinstitution?
  • Wie bekannt ist unser Angebot im Vergleich mit anderen Kultureinrichtungen?
  • Wie können wir weitere Bevölkerungssegmente erreichen?

Entwicklungsstudien im Längsschnitt

Die Beobachtung, das Monitoring der eigenen Leistungen über eine gewisse Zeitspanne hinweg erfordert regelmäßige, möglichst kontinuierliche Erhebungen und Analysen. Verschiedene Zeitpunkte werden anhand verschiedener Kennzahlen miteinander verglichen, um Rückschlüsse auf eine Veränderung zuzulassen.

  • Inwiefern hat sich die Qualität unserer Dienstleistung über eine Zeitspanne hinweg verändert?
  • Wie verändert sich der Besucherzuspruch im Wechsel von Sonderausstellungsformate?
  • Wie unterscheidet sich das Profil unserer Besucher in verschiedenen Zeitphasen oder zu verschiedenen Jahreszeiten?
  • Welche Zielgruppen bevorzugen welche Art von Angeboten?

Kulturevaluation allgemein

Da sich Studien individuell für verschiedene Interessen und Ziele zuschneiden lassen, lässt sich jede Evaluation auf Ihre Bedürfnissen abstimmen. Kulturevaluationen erlauben allgemein:

  • Benchmarking
  • Entwicklung von Kennzahlen
  • Vergleich mit anderen Kultureinrichtungen
  • Berücksichtigung von Kulturausgaben und verschiedenen Kulturpolitiken im Vergleich mit anderen Ländern

Diese Studien dienen der Selbstvergewisserung über die eigene Leistung nach innen und der Legitimation (gegenüber Politik, Sponsoren, Wirtschaft etc.) nach außen. 

Dabei lässt sich auf die offizielle Kulturstatistik zur Bewertung verschiedener Kennzahlen und Indikatoren zurückgreifen.

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